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Meine Top 10 Alben 2013

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Selten war es für mich so einfach die 10 besten Alben eines Jahres zu küren wie dieses Jahr. Grund dafür ist die Tatsache, dass so ziemlich genau zehn für mich bedeutende Alben veröffentlicht wurden, die mich von Anfang an einfingen und mich bewegten. Schon damit angefangen, dass fast allen ein lautes Medienecho vorausging – damit meine ich in meiner Bloggerfilterblase. Ich selbst fand es ziemlich voraussehbar, welche zehn Alben ich letztendlich auserwähle und wenn ich Freunde dazu bewegte, sie zu erraten, lagen sie auch immer richtig. Nicht in der Reihenfolge, aber in den Titeln. Ich kann euch verraten, es sind zum Großteil die Debütalben der Bands, nur drei der zehn sind Folgealben.

Top 10 2013

10. Moderat – II

Ungefähr zur gleichen Zeit wie Haim und Chvrches ihre Alben veröffentlichten, kam auch der Moderat Nachfolger “II” heraus. Das war zumindest meine Wahrnehmung. In dem ganzen internationalen Promowirrwarr war die Moderat Platte vielleicht ein bisschen untergegangen. Die Platte “II” ähnelt vom Stil dem Vorgänger sehr. “Therapy” erinnert mich an “Rusty Nails”. Jedoch ist es nicht mehr so hart und düster, wenn man die Musik von Moderat überhaupt so beschreiben kann. Sie läd mehr zum Abschweifen ein, ist mehr was für den Abschluss des Abends oder am Morgen nach der durchgetanzten Nacht: Wenn einem die Erinnerungen noch im Kopf nachhängen und die Musik leicht in den Ohren nachdröhnt.

An Songs wie “Milk” kann ich ganz gut nachvollziehen, wenn sich andere über elektronische Musik beschweren, dass sie langweilig und eintönig ist. Immer derselbe endlose Beat ohne große Veränderung. Das mag ich auch weniger. Im Club wäre das dann die Zeit, in der man sich einen neuen Drink holt, Zuhause wird der Song einfach geskipt.

Meine Lieblinge sind “Bad Kingdom”, “Gita”.

9.  AlunaGeorge – Body Music

Dank der “Your Drums, Your Love” EP und der Kooperation mit Disclosure für den Song “White Noise” war ich erst total angefixt. Es war Anfang des Jahres und ich dachte, jetzt kommt wieder was “ganz neues” – sprich, es geht wieder weg von dem ewigen Indierock, der sich in letzter Zeit kaum weiterentwickelt und ausgedient hatte. Mit dem Indie konnte ich mich kaum noch identifizieren. Es schien als würde der R’n’B und Beats aus dem Hip Hop wieder das Popgenre neu aufmischen. Vorbote war da ganz klar Friends, die ich letztes Jahr groß feierte. Es war aufregend und neu.

Leider peitschte das alles meine Erwartungen an AlunaGeorges Debut “Body Music” so weit nach oben, dass sie diese letztendlich kaum erfüllen konnte. Erstaunlich ist, dass es eine so ausschweifende Platte ist. Ich meine, wie oft kommt es noch vor, dass ein Album 19 Songs zieren? Sehr selten in diesen schnelllebigen Zeiten.

Tortzdem ist es ein wirklich gutes Album. Es macht den R’n’B für mich wieder greifbar und erlebbar. Es ist eher Musik, die man zum Runterkommen hört. Nach einem stressigen Tag oder wenn ich lange von Zuhause weg war und nur auf Achse, holt es mich ab, heißt mich willkommen zurück und gönnt mir ein, zwei Stunden Entspannung.

Meine Lieblinge sind “Your Dums, Your Love”, “Attracting Flies” und “Just A Touch”.

8. Chvrches – The Bones Of What You Belief

Chvrches sind der Popohrwurm, den ich nicht mehr aus meinem Kopf bekomme. Von der Wirkung her vergleiche ich “The Bones Of What You Believe” gerne mit Cro, denn eigentlich sind die Songs gar nicht so außergewöhnlich und sehr an dem Mainstram ausgerichtet. Garantiert sind das die Schnittmengen mit denen alle gut auskommen können. Genauso wie ich Cros “Raop” ganz gerne mal höre, hat das Debut von Chvrches den selben Effekt. Ich weiß, dass den Songs die Ecken und Kanten fehlen, aber trotzdem ist dieser Synthiepop einfach schön anzuhören.

Chvrches’ Musik hat ein bisschen was futuristisches, genauso wie M83. Beide Bands könnten bestens den nächsten utopischen Film untermalen. Ich fände das sehr passend. Gerade die Musikvideos von M83 bilden da die richitgen Bilder ab. Fast genauso wie ich es mir in Gedanken vorstelle.

Meine Lieblinge sind “Mother We Share”, “Lies”, “Under The Tide” und “Recover”.

7. Claire – The Great Escape

Die schönste Art auf eine neue Band gestoßen zu werden, geht in etwa so: “Claire sind der neue heiße Scheiß aus München, hast du mein Blog nicht gelesen?” Seit dem hüte ich mich davor, bei auch nur irgendeinem Blog auf “mark all as read” im Feedreader zu klicken. Ich könnte ja genau soetwas wieder verpassen und dann steh ich blöd da. Richtig.

Von da an bin ich auf dem Hypezug rund um Claire aufgesprungen und habe es bisher nicht bereut. Auch hier ist wieder schöner Synthiepop zu hören, aber auf einem ganz anderen Niveau als es bei Chvrches der Fall ist. Die Songs sind sehr spannungsvoll, Höhen folgen auf Tiefen abgelöst von einigen längeren Ebenen. Wie zum Aufbruch rufen die “We Are The Next ones To Come”. In dem Sinne ist es für mich Musik, um was zu schaffen, um produktiv zu sein. Sie gibt einem einen extra Motivationsschub – “You won’t take us down”! Nichts kann mich davon abbringen, keine Zweifel, keine schlechte Laune.

Meine Lieblinge sind “Overdrive” und “The Next Ones To Come”.

6. Casper – Hinterland

Vom Vorgänger “XOXO” war ich gar nicht mal so überzeugt. Es war schon irgendwie cool. Aber es nicht so, dass ich es groß gefeiert habe. “Hinterland” dagegen spricht mich eher an, von den Texten, von den Geschichten, die in den Songs erzählt werden, von den riesigen Unterschieden, die die Songs voneinander abgrenzen. Ganz unterschiedliche Stile kommen hier auf einer Platte zusammen, wie ich sie kaum für möglich gehalten habe.

Außerdem kommt jeder mal an den Punkt, wo die Heimatstadt viel zu klein wird. Man hat das Gefühl, die Erinnerungen, die sich hinter jeder Straßenecke verstecken, würden einen jeden Moment erschlagen. Eine unzähmbare Unruhe steigt auf und man möchte alles so weit wie möglich hinter sich lassen. Es hätte mich schon sehr interessiert, was aus dem Ablum geworden wäre, hätte Casper tatsächlich ein Konzeptalbum daraus gemacht.

Meine Lieblinge sind “Lux Lisbon”, “20qm” und “Im Ascheregen”. Es gibt aber auch einen Song, der mich von Anfang an genervt hat: Die Kollaboration mit Krafklub. Dieses super aufdringliche “HALLO, HALLO” im Refrain geht gar nicht. Und auch sonst ist das nicht gerade der beste Song.

5. Haim – Days Are Gone

Haim ist einfach eine knaller Band, die ein knaller Album herausgebracht hat. Abgesehen davon, dass wir eh schon alle die Hälfte der Songs in- und auswendig kannten, bevor das Album überhaupt veröffentlicht war. Sie verbreiten die pure gute Laune mit ihrer Musik, legen die heißesten Performances auf ihren Liveauftritten hin und auch sonst bin ich ganz schön verliebt in Haim. Allen Songs ist eine fantastische Girlpower inne, sie reichen von Dramatik, zu großem Zweifel bis hin zum alsoluten Feel-Good-Song “Forever”. Sie sind aufdringlich, eindringlich und man kann ihnen kaum entgehen.

Warum aber Haim nach 90er klingen sollen, habe ich immer noch nicht verstanden, aber kommt Zeit kommt Rat… wahrscheinlich werde ich es jedoch nie verstehen.

Meine Lieblinge sind “Don’t Save Me”, “Falling” und “Go Slow”, aber auch “Forever”, “Days Are Gone” und “If I Could Change Your Mind” – ach eigentlich sind alle Songs großartig.

4. Lorde – Pure Herion

Was kann ich schon neues zu der kleinen Neuseeländerin schreiben, das ihr in den letzten Wochen nicht eh schon bei sämtlichen Musikblogs und -Magazinen gelesen habt? Oder im Fernsehen gab es doch bestimmt Berichte zur Genüge. Sie ist einfach gerade die größte Newcomerin und ich schäme mich schon fast, sie zeitgleich mit dem musikalischen Mainstream entdeckt zu haben. Leider hatte ich von der “The Love Club” EP auch erst gehört, nachdem “Royals” plötzlich wie aus dem Nichts auftauchte. Ab dem Moment konsumierte ich aber alles was ich von Lorde finden konnte und höre es bis zum erbrechen. Nur ist es so, dass mir die Musik von ihr eben noch nicht aus den Ohren kommt. Trotzdem es so schön hochstilisiert ist, ihre Texte oft als sehr poetisch beschrieben werden (ich muss zugeben, ich achte nie auf Texte, es sei denn es ist offensichtlich, sprich Deutsch) und ihr ganzes Gebaren aufgesetzt ist. Immerhin weiß sie sich zu schützen und ist so nicht dem erschreckenden Rummel des Hypes nackt ausgeliefert.

Meine Lieblinge sind “Buzzcut Season”, “Royals” und

3. Braids – Florish / Perish

Geradezu überfahren fühlte ich mich, als ich Braids das erste Mal hörte. Es kam so überraschend, dass ich nicht schnell genug reagieren konnte. Und zack, war es um mich geschehen. Dieser einzigartige, elektronische Sound mit einem leichten experimentiellen Ansatz. Auch hier hat die Sängerin Raphaelle Standell-Preston eine ganz außergewöhnlich Stimme, selbst wenn es im ersten Moment kaum auffällt. Schon im Opener “Victoria” zeigt sie ihr volles Spektrum.

“Florish /Perish” ist zwar nicht das erste Album der Band, aber dennoch ein Neuanfang. Denn nachdem ein Mitglied ausstieg und aus dem Quartett ein Trio wurde, änderten sie auch ihre musikalische Richtung weg vom klassischen Bandgefüge einer Indie- & Shoegazeband hin zum experimetiellen Synthiepop. Breite Soundflächen werden von hellen Melodien durchstreift, alles klingt ein bisschen surreal, wie ein tupfender Pinsel auf der Leinwand akzentuiert der Bass das Bild.

Meine Lieblinge sind “Hossak”, “In Kind” und “Amends”.

2. London Grammar – If You Wait

Zu großer Hype oder doch unterschätzt? Ich kann nicht genau einschätzen, wie gut London Grammar tatsächlich bei der Masse ankommen. Verdient hätten sie es und ich würde alles dafür tun, dass sie von möglichst vielen Leuten wahrgenommen werden. Aber selbst ich denke, dass es wohl eher eine kleine Filterbubble ist, in der die gehypt wird, voller Musikfreaks und -süchtigen oder -Kritikern.

Für mich jedenfalls die Überraschung des Jahres, denn ich kam eher zufällig auf sie. Genauer gesagt, fand ich sie über das Disclosure Album, verliebte mich in den Song “Strong” und vergas sie unglücklicherweise, weil keine neuen Updaten von ihnen kam und die Platte noch auf sich warten ließ. Eine Schande. Doch jetzt wo ich die Platte kenne, bin ich in jeden Song auf “If You Wait” verliebt. Die Stimme der Sängerin Hannah Reid ist einfach sagenhaft, so herrlich dunkel und klar, kraftvoll und verführerisch. Diese in perfekter Sybiose mit der Popmusik der Band ist dennoch dominierend in allen Songs von London Grammar. Das einzigartige an dem Sound der Band ist, dass sie sich trauen, ihre Popmusik auch einfach in Ambient abschweifen zu lassen und im Prinzip ist “Waisting My Young Years” auch einfach nur cheezy.

Meine Lieblinge sind “Nightcall”, “Strong” und “Maybe”.

1. Disclosure – Settle

Tanzen, tanzen, tanzen. Für nichts anderes steht diese House-Platte und es ist so großartig. Nein, ich gehöre nicht zu den Menschen, denen es wichtig ist, jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag auf den Tanzflächen der Hauptstadt die Sau raus zu lassen. Trotzdem gefällt mir die Vorstellung.

Bei Disclosure wurde ich tatsächlich mal von anderen mitgerissen und ich bin mir nicht so sicher, ob ich sie so großartig fände, wenn mich mein direktes Umfeld nicht so umfassend mit Disclosure konfrontiert hätte. Wer weiß. Gefallen hätte es mir wohl trotzdem aber so krass, dass ich es am Ende des Jahres auf Platz 1 vote? Daran möchte ich zweifeln.

Die Platte ist ein Meisterwerk des Zeitgeistes, die wichtigen Bands und Künstler der aktuellen Popkultur zusammengeschweißt auf den Nenner der Housemusik. Mit fast schon weiser Voraussicht wurden die Kooperationen gewählt. Jessie Ware war beireits vor dem Album groß rausgekommen. Kurze Zeit später zogen AlunaGeorge oder London Grammar nach. Selbst die darauffolgenden Remixe von zum Beispiel TEED für “F For You“, runden das ganze Bild ab.

Meine Lieblinge sind “Defeated No More”, “Help Me Lose My Mind” und “You & Me”.

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