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Ach liebe Möhre,

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… vielleicht lag es ja mehr an mir, als an dir… Du hast es mir aber auch nicht leicht gemacht. Da setze ich mich gestresst von der Arbeit  in den Zug und blicke fast vier Stunden Fahrt entgegen. Ohne iPod. Denn auf einem Festival ist der eher unnötig. Die Fahrt halte ich auch so aus, dachte ich mir. Ich konnte ja nicht ahnen, dass mir ein dauerlabernder Klugscheißer einen Strich durch die Rechnung macht. Seines Geschwafels einziger Zweck war es, alle Mitfahrenden zu quälen und zu zeigen, dass er alles weiß und schon alles gesehen hat. Wahnsinn. Ich kann ihn nicht abschalten. Ich kann ihn nicht aus meinem Kopf aussperren. Ich MUSS ihm zuhören. Die ganze Fahrt, während wir im Schneckentempo durch Oder-Spree fahren und wirklich jedes Dorf mitnehmen. Den Spreewald haben wir dennoch nicht zu Gesicht bekommen. Leider.

Mit Altdöbern erreichen wir unsere Destination, die ich erst seit dem Vortag kannte. Nach langem Suchen auf der Website habe ich letztendlich im FAQ – nicht unter dem Punkt “Gelände” wie man vermuten mag – herausgefunden, wo das Wilde Möhre Festival überhaupt stattfindet. Auf den sozialen Kanälen kein einziges Wort über den Ort des Geschehens. So schürt man die Erwartungen und gibt dem Ganzen ein Hauch Exklusivität. Ich versteh schon.

Ein Shuttle sollte es außerdem geben. Ja. Aber einen Fahrplan bekannt zugeben oder wenigstens die Info, dass der Bus stündlich zwischen 9 Uhr und 24 Uhr fährt, das war schon zu viel verlangt. Auf meine Anfrage auf Facebook kam keine Antwort. Aber da war ich nicht die Einzige, stelle ich fest. Vielleicht hat das mit dem Konzept der Rückbesinnung des gesamten Festivals zu tun. Ich weiß es nicht.

Endlich angekommen gab es zwar keine Probleme mit dem Campingplatz, doch beim Ticketing das blanke Entsetzen. Diese Schlange war nicht mehr feierlich und ich sah mich einer Wartezeit von geschätzten 1,5 bis 2 Stunden gegenüber. Zu meinem Unglück hatte ich gerade kein Geld einstecken, um mir die Wartezeit mit einem Bier zu verkürzen. Stattdessen konnte ich mir die Drogengeschichten meiner Hintermänner anhören, die später der existenziellen Frage nachgingen, welche Drogen sie die nächsten Tage nehmen sollen, denn schließlich wollten sie unter der Woche auch noch mal “feiern” gehen.

Gegen 22 Uhr habe ich mein Bändchen, begebe mich voll ausgerüstet auf’s Festivalgelände und lasse mir vom erstbesten Barkeeper ein warmes Bier aus dem Kühlschrank geben. Mit meinem 10-Euro-Schein kann er schon nicht umgehen – das Wechselgeld ist knapp. Am ersten Tag. Schon klar. In dem Moment war mir noch nicht klar, dass ich die nächsten Tage auf die Rückgabe des Flaschenpfands verzichten werde, weil sich einfach kein Kleingeldregen einstellen wollte.

Schon am ersten Abend zweifle ich daran, ob ich mich ernsthaft noch als Helfer melden möchte oder nicht. Im Voraus war auch hier nichts zu planen. Dem Helfermanager schien schon zwei Wochen vor dem Festival egal zu sein, was passiert, Hauptsache er hat möglichst wenig Arbeit: “Komm einfach hin und schreib dich dann für eine Schicht ein. First come. First served.” Wo ich mich melden sollte, schien noch nicht ganz geklärt. Beim Ticketing wusste man nichts. Am Einlass wurde ich auf Samstag früh vertröstet. Die Situation am Samstag kann ich nur noch mit einem hysterischen Lachen kommentieren: Vom Ticketing schickte man mich zum Einlass/ Gästeliste. Von dort zum Produktionsbüro. Zwar war niemand dort, aber ein hilfsbereites Mädchen sammelte mich auf und wollte mich zum Ticketing bringen. Stop, werfe ich ein, da war ich doch schon und wurde zweimal weggeschickt. Ich befinde mich auf der Suche nach dem Passierschein A38, so scheint es mir. Ihre Idee: Zur “Info”. Reichlich desinteressiert wurde ich dort vom Fleck weg zum Müllsammeln abkommandiert. Acht Stunden sei eine Schicht, dann kann ich mir das Geld vom Ticket rückerstatten lassen. “Aber ich wollte doch zum See”, wimmerte es in mir. Immerhin konnte ich meine Pausen und alles andere selbst einteilen. Ich hätte es besser treffen können.

Auch sonst sprach mich das Festival nicht an – mit Ausnahme des Essens, das war preiswert und lecker. Nirgends konnte es mich fesseln. Die Musik war insgesamt ein quirliges durcheinander, die Workshops wild geplant mit vielen kurzfristigen Änderungen und keinerlei Infos, was dabei eigentlich passieren sollte. In ein kleines Häuschen wurden teilweise zwei bis drei Events gequetscht, während andere ungenutzt leer standen. Eine Künstlerin sollte sich für ihre beiden Workshops zweiteilen, denn sie waren zeitgleich geplant. Beim Camping gab es keine Wasserstation, sondern nur auf dem Festivalgelände. Das führte zu der komfortablen Situation, dass der Einlass niemanden wegen seiner großen Wasserflaschen anschwärzte und die Kontrolle sich nur noch auf sichtbare Glasflaschen beschränkte. Aber auch dazu, dass sich zwischen den Zelten die Zähne geputzt wurde. Mmmh.

Am zweiten Abend war das Wechselgeld immer noch knapp und selbst die zufällig getroffenen Kommilitonen und neuen Bekanntschaften konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich mit dem Festival einfach nicht warm wurde. Ich beschließe, es vorzeitig abzubrechen und am Sonntagmorgen den Heimweg anzutreten. Dass mir weder an der Info noch beim Einlass gesagt werden kann, wann das Shuttle wieder fährt, wunderte mich mittlerweile gar nicht.

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Dance under the Appletree

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Appletree Garden 2014

Hui, so schnell kann ein Festival mich zerstören. Ich würde sagen, mit dem Appletree Garden habe ich das Level “Schlammwüste” im Festival Simulator geschafft. 1Up! Nach dem fulminanten Start am Donnerstag mit wahnsinnig guten Shows von Bilderbuch und , ertränkte Petrus das Festivalgelände am Freitag in nicht enden wollenden Regengüssen und entschädigte uns wenigstens für den letzten Tag mit Sonnenschein und wohligen Temperaturen.

Nicht nur auf der Website machte das exquisite Line-up einiges her. Große Shows und Überraschungen bot mir das Appletree über drei Tage hinweg inklusive kostenlosen Freibadbesuchen und Schlammkuren für die Füße. Ein Festessen für alle Helfer am Sonntag rundete das Ganze ab. Organisatorisch war es das beste Festival, das ich bisher besucht habe. An alles wurde gedacht: Bezahlbare Verpflegung für alle Geschmäcker, Trinkwasserstationen nicht nur auf dem Zeltplatz, sondern auch auf dem Festival Gelände selbst, ordentliche Toiletten auf dem Festivalgelände – zeitweise sogar mit Personal -, fixe und flexible Timetable-Änderungen, super Kommunikation und Helferbetreuung. 5/5 Festival Herzen ♥♥♥♥♥

Der Freitag läutete das Festival zwar etwas rabiat ein und schürte meinen Hass auf Menschen, aber die Auftritte rissen es dann doch wieder raus. Denn auch beim vierten Mal wird MØ kein bisschen langweilig und wie sexy die Österreicher Bilderbuch sind, beweisen allein schon ihre Videos. So war auch ihre Show, die Decke der Bühne brannte und die Mädchen in der ersten Reihe verloren ihren Verstand. Alle Farben war tanzbar, aber musikalisch eher durchwachsen.

Ein weiteres Highlight waren Highasakite und HVOB, die meine Erwartungen übertrafen. Ich habe mich unsterblich in Dan Croll verliebt. Kate Tempest hat mit ihrem Rap alle weggeblasen. Und Moderat sind die Herrscher über den Bass, die Meister des Beats und reißen mit ihrem Sound Mauern ein. Unbeschreiblich und mit Abstand die fetteste Show, die ich bisher miterleben durfte. Dafür am Sonntag das Gelände vom Müll befreien und 5h zu arbeiten, ist ein mehr als fairer Tausch. Und jetzt Foto-Impressions!

Appletree Garden 2014

Appletree Garden 2014

Appletree Garden 2014

Appletree Garden 2014

Appletree Garden 2014

 

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Übrigens: Appletree Garden

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Appletree Garden

Da es bei meiner Jobsuche gerade ein bisschen still geworden ist – was heißt: warten – wähle ich lieber die Flucht nach vorne und vertreibe mir die Zeit mit Festivals. Mehr spontan als überlegt, meldete ich mich vor ein paar Wochen für’s Appletree Garden Festival als Helfer an. Als ich dann vor Kurzem das Line-up sah, ließ es meine Endorphine vor Freunde Purzelbäume schlagen. Bilderbuch,  und Alle Farben schon am ersten Abend. Gefolgt von Highasakite, Dan Croll, We Were Promised Jetpacks, William Fitzsimmons, Mount Kimbie, HVOB und – sieht da! – FM Belfast! Is Tropical, Who Made Who, Son Lux und Moderat runden die ganze Sache ab und spielen leider alle irgendwie parallel.

Morgen früh fährt mein Fernbus (leider kein Zug) nach Osnabrück und dann bin ich schon fast auf dem Appletree. Wir sehen uns!

Für euch gibt’s noch die neue Pools-EP von Gooey, die zwar leider nicht auf dem Appletree spielen, aber dafür Musik zum dahinschmelzen machen. Also super für den Sommer.

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I Feel You

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Feel Festival 2014 14

Das ganz wunderbare, einzigartige und erinnerungswürdige Feel Festival ist vorbei und lässt mich gerade noch ein bisschen entrückt in der Traumwelt zwischen Auszeit und Alltag hängen. Bevor ich auf trackmag ein abschließendes Resumee ziehe, gibt’s hier schon mal die Bilder vorweg. Mehr könnt ihr außerdem auf Instagram finden.

Ich danke meiner Fotoassistentin Jenny, die mir im Regenguss aufopferungsvoll und selbstlos den Schirm hielt, damit ich ein paar Fotos schießen konnte. Und allen, die da waren. Danke für die Musik, den Glitter und Seifenblasen.

Feel Festival 2014 29

Feel Festival 2014 28

Messer @ Feel Festival 2014 Feel Festival 2014 02

Feel Festival 2014 26

Pool @ Feel Festival 2014

Feel Festival 2014 27

Feel Festival 2014 19

ClickClickDecker @ Feel Festival 2014

Feel Festival 2014 24

Feel Festival 2014 15

Feel Festival 2014 01 Feel Festival 2014 25

Trümmer @ Feel Festival 2014

Feel Festival 2014 17

Feel Festival 2014 13

Feel Festival 2014 21

Dance On The Tightrope @Feel Festival 2014

Feel Festival 2014 22

Feel Festival 2014 03

Feel Festival 2014 09

Feel Festival 2014 07

The/Das @ Feel Festival 2014

Feel Festival 2014 23

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Auf geht’s zum Feel Festival

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Feel Festival

Während halb Deutschland sich gerade in Ferropolis den Hip Hop-Beats beim Splash! Festival hingibt, fiebere ich schon die ganze Woche einem ganz anderen Ereignis entgegen: Dem Feel Festival. Dieses kleine, aber feine Festival trumpft mit Acts à la ClickClickDecker, Herrenmagazin, Mollono Bass, Ry X, Mega!Mega! und vielen weiteren auf, die ich schon immer mal live erleben wollte. Das trifft sich ja gut.

In wenigen Minuten werde ich mich nach Kiekebusch auf den Weg machen. Von Badezeugs über Sonnen- bis Regenschutz (man weiß ja nie!) habe ich alles gepackt und es nimmt schon surreale Züge an, wie viel davon in meinen Rucksack passt. Nämlich alles. Vom Zelt bis zur Power Bank habe ich mir dann auch alles zusammengeliehen, um das Festival überleben zu können.

Allen, die für das Wochenende noch auf der Suche nach guter Musik sind, empfehle ich das von I Heart Beat zusammengestellte Festival Line-up Set auf Soundclound.